Jährlicher Anerkennungspreis für hervorragende Beiträge
zum gesellschaftlichen Diskurs

Die Stiftung STAB verleiht seit 1977 jährlich einen mit 50’000 Franken dotierten Anerkennungspreis. Er geht an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich für die Idee der frei und persönlich bestimmten mitmenschlichen Verantwortung und der Rücksichtnahme auf die Nachwelt einsetzen und die einen ausserordentlichen Beitrag zur Pflege abendländischer Grundwerte leisten.

Prof. Dr. Helen Keller ist STAB-Preisträgerin 2020

Prof. Dr. Helen Keller ist zum einen eine bemerkenswerte Forscherin, die Völkerrecht, Europarecht und Staatsrecht gleichermassen beherrscht und erfolgreich praktiziert; zum andern eine Richterin, die sich für die Achtung und den Schutz der Menschenrechte einsetzt. Sie verbindet Wissenschaft und Praxis auf vorbildliche Weise – ihr Beitrag zur Stärkung der Menschenrechte verdient höchste Anerkennung.

Kernanliegen Menschenrechte: europabezogen …
Prof. Dr. Helen Keller wirkte seit 2011 für die Schweiz als vollamtliche Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg. Bereits vor ihrer Wahl zur Richterin forschte sie am EGMR. Mit «A Europe of Rights», das 2008 bei Oxford erschien, gelang ihr der Durchbruch als ausgewiesene Kennerin von Menschenrechtsfragen in Europa.

… und weltweit
Prof. Dr. Helen Kellers Auseinandersetzung mit den Menschenrechten beschränkt sich nicht auf Europa, sondern hat auch die Förderung und Durchsetzung der Menschenrechte auf globaler Ebene im Fokus. Im Jahr 2008 wurde sie als Mitglied in den Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen gewählt, das Überwachungsorgan des UNO-Paktes über die politischen und bürgerlichen Rechte.

Der Europäische Gerichtshof in Strassburg

Foto: Markus Senn

Ausgezeichnete Forschungstätigkeit
Auch im wissenschaftlichen Bereich leistete Prof. Dr. Helen Keller Bemerkenswertes: 1993 erwarb sie an der Universität Zürich das Doktorat mit einer umweltverfassungsrechtlichen Dissertation, für welche ihr der Professor Walter Hug-Preis verliehen wurde; als Oberassistentin verfasste sie zwischen 1996 und 2002 ihre Habilitationsschrift «Rezeption des Völkerrechts» und übernahm gleichzeitig die Projektleitung des Kommentars zum Umweltschutzgesetz. Zu den Stationen ihrer Studienzeit gehören das Collège d’Europe in Brügge, wo sie einen LL.M. erwarb, das European Law Research Center an der Harvard Law School in Cambridge (USA) sowie das European University Institute in Florenz (beide Aufenthalte wurden durch den Schweizerischen Nationalfonds finanziert) und das Max-Planck-Institut für öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg; im Jahre 2010 forschte sie am Centre for Advanced Studies in Oslo, wo sie sich mit der Frage auseinandersetzte, aus welchen Gründen Staaten Menschenrechtsverträge ratifizierten. Für ihre rechtsvergleichende Studie zur Praxis des U.S. Supreme Courts, des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften und des schweizerischen Bundesgerichts verlieh die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich Prof. Dr. Helen Keller im Jahr 2002 die Lehrberechtigung für Staatsrecht, Europa- und Völkerrecht sowie Verfassungsvergleichung. Im gleichen Jahr wurde sie an die Universität Luzern berufen, und zwei Jahre später an die Universität Zürich. Sie zeichnet als Mitautorin des Standardlehrbuches zum «Schweizerischen Bundesstaatsrecht». Seit 2018 besitzt sie die Ehrendoktorwürde der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Fribourg.

Prof. Dr. Helen Keller ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in Strassburg und Zürich.


Die Laudatorin Prof. Dr. Daniela Thurnherr

Prof. Dr. Daniela Thurnherr ist seit 2007 Professorin für Öffentliches Verfahrensrecht, Verfassungsrecht und Verwaltungsrecht an der juristischen Fakultät der Universität Basel. Ihr Studium und ihre Promotion absolvierte sie an der Universität Zürich. Sie besitzt zudem einen LL.M. der Yale Law School in New Haven (USA) und die Zulassung als Attorney and Counselor at Law im US-Bundesstaat New York. Seit 2013 amtet sie als Ersatzrichterin bzw. nebenamtliche Richterin am Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt. Zudem ist sie seit 2014 Mitglied des Verwaltungsrats der Basler Verkehrs-Betriebe BVB und seit 2019 Ersatzrichterin am Justizgericht des Kantons Aargau. Seit 2019 hat sie überdies das Amt der Vorsitzenden der Regenz der Universität Basel inne. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Staats-, Verwaltungs- und öffentlichen Prozessrecht sowie dem Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht. Sie lebt in Basel, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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