Dr. Severin Dressen
Preisverleihung: Samstag, 4. Juli 2026 – Gebäude Forschung und Lehre (Hörsaal Kinderspital Zürich), August-Forel-Strasse 51, 8008 Zürich
Für den STAB-Förderpreis 2026 hat Benno Lüthi, STAB-Jahrespreisträger 2025 und Mitbegründer der Stiftung Antarctic Research Trust, Dr. Severin Dressen nominiert. Als Direktor des Zoo Zürich und engagierter Förderer des Fledermausschutzes setzt er sich in besonderer Weise für den Erhalt dieser faszinierenden Tiere ein. In seiner Funktion als Stiftungsrat der Stiftung Fledermausschutz engagiert er sich ebenfalls für deren Schutz. Der Zoo Zürich betreibt gemeinsam mit der Stiftung seit Jahrzehnten eine Fledermaus-Notpflegestation und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.
Mit seinem Vorschlag würdigt Benno Lüthi dieses nachhaltige und vorbildliche Engagement und setzt zugleich ein starkes Zeichen für den Schutz der Natur, der uns alle betrifft.
Vita Dr. Severin Dressen
Seit 2020 leitet der 38-jährige Dr. Severin F. Dressen den Zoo Zürich. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
Vor seiner Berufung nach Zürich war Severin Dressen von 2015 bis 2019 am Zoo Wuppertal tätig – zunächst als Kurator für Primaten und Nicht-Säuger, ab 2017 zusätzlich als stellvertretender Direktor. Erste kuratorische Erfahrung sammelte er bereits 2011 am Zoo Frankfurt sowie am Tierpark Berlin, jeweils als Kuratorassistent.
Den Grundstein für seine Laufbahn legte er zwischen 2006 und 2010 in einer Reihe internationaler Volontariate in Argentinien, in Valencia, auf Teneriffa und im Tierpark Berlin.
Severin Dressen studierte Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (2007–2010) und absolvierte anschliessend einen Master in Ecology, Evolution and Conservation am Imperial College London (2011–2012). Von 2013 bis 2016 promovierte er an der University of Oxford mit einer Dissertation zum Thema «Space use patterns and population dynamics in two common European rodents».
Preisverleihung vom Samstag, 4. Juli 2026
Am 4. Juli 2026 wurde der STAB-Förderpreis 2026 an Dr. Severin Dressen, Direktor des Zoo Zürich, verliehen. Über 200 Gäste nahmen am Anlass in der Aula des Kinderspital Zürich teil und erlebten begeisternde Reden – ein rundum gelungener Morgen im Zeichen des Natur- und Artenschutzes. Die Begründung – Benno Lüthi In seiner Begründung schilderte Benno Lüthi, STAB-Jahrespreisträger 2025, warum ihm gerade die Fledermäuse am Herzen liegen. Seine Faszination reicht bis in die Jugend zurück – in eine Zeit, als die Tiere noch als gefährlich galten. Pionierinnen und Pioniere wie Marianne Hafner und Hans-Peter Stutz halfen, diesen Aberglauben zu überwinden. Aus dieser Begeisterung entstand die Stiftung Fledermausschutz, die dank des damaligen Zoodirektors Dr. Alex Rübel früh ein Zuhause im Zoo Zürich fand und heute eine schweizweite Erfolgsgeschichte ist. Dass Severin Dressen als Stiftungsrat aktiv mitwirkt, sieht Lüthi als Zeichen echten Engagements – und verbindet mit der Nomination die Hoffnung, dass diese Erfolgsgeschichte mit derselben Tatkraft weitergeschrieben wird. Die Laudatio – Monika Friedli-Walser Monika Friedli-Walser, Vizepräsidentin des Verwaltungsrats des Zoo Zürich, würdigte Dr. Severin Dressen als jemanden, der Naturschutz nicht als Schlagwort, sondern als tägliche Arbeit versteht. Der Preis, so Friedli-Walser, ehre eine Haltung: dass der Schutz der Natur dort beginnt, wo wir bereit sind, genau hinzuschauen – auch auf das Kleine, Verletzliche und oft Übersehene. Fledermäuse holten die grossen ökologischen Fragen zurück in unsere unmittelbare Nähe und machten sichtbar, dass der Schutz einer einzigen Art immer auch Lebensräume, Insektenvielfalt und ökologische Zusammenhänge schützt. Monika Friedli-Walser hob Severins wissenschaftliche, kommunikative und strategische Stärke hervor, seine Rolle beim Ausbau des Zoo Zürich als Bildungs‑, Forschungs- und Artenschutzzentrum sowie die konkrete Bedeutung des Fledermausschutzes mit Ausstellung und Notpflegestation im Zoo. Das Referat – Dr. Severin Dressen Dr. Severin Dressen nahm den Preis stellvertretend für das ganzheitliche Naturschutz-Engagement des Zoo Zürich entgegen. Mit einer persönlichen Kindheitserinnerung – dem vergeblichen Versuch, als Junge mit einem Schmetterlingsnetz eine Fledermaus zu fangen – führte er ins Thema ein. Eindrücklich zeigte er, warum Arten- und Naturschutz dringlicher ist denn je: Rund 80 Prozent der Fluginsekten sind in Westeuropa in nur zwanzig Jahren verschwunden. Dabei komme dem Zoo eine besondere Rolle zu: Ein moderner Zoo, so Dressen, könne über vier Felder wirken – Artenschutz, Forschung, Bildung und Naturschutz vor Ort – und leiste dies vom Zürichberg bis zu Projekten auf der ganzen Welt. Dazu stellte er mehrere Projekte des Zoo Zürich vor, unter anderem in Sumatra, im Pantanal, in Kolumbien, mit dem Antarctic Research Trust, auf Madagaskar, in Thailand und in Kenia. Zum Schluss schloss sich der Bogen und Dr. Severin Dressen begeisterte das Publikum für die Fledermäuse, die Underdogs der Natur, wie er sie nannten als uralte, hochspezialisierte Tiere, die als Indikatoren für gesunde Ökosysteme stehen und deren Schutz die Stiftung Fledermausschutz – unterstützt vom Zoo Zürich – seit 1998 vorantreibt.