STAB-Förderpreis 2026 geht an Dr. Severin Dressen

STAB-Förderpreis 2026 an Dr. Severin Dressen verliehen

Am 4. Juli 2026 wurde der STAB-Förder­preis 2026 an Dr. Severin Dressen, Direktor des Zoo Zürich, verliehen. Über 200 Gäste nahmen am Anlass in der Aula des Kinder­spital Zürich teil und erlebten begeis­ternde Reden – ein rundum gelun­gener Morgen im Zeichen des Natur- und Arten­schutzes.

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Die Begrün­dung – Benno Lüthi

In seiner Begrün­dung schil­derte Benno Lüthi, STAB-Jahres­preis­träger 2026, warum ihm gerade die Fleder­mäuse am Herzen liegen. Seine Faszi­na­tion reicht bis in die Jugend zurück – in eine Zeit, als die Tiere noch als gefähr­lich galten. Pionie­rinnen und Pioniere wie Mari­anne Hafner und Hans-Peter Stutz halfen, diesen Aber­glauben zu über­winden. Aus dieser Begeis­te­rung entstand die Stif­tung Fleder­maus­schutz, die dank des dama­ligen Zoodi­rek­tors Dr. Alex Rübel früh ein Zuhause im Zoo Zürich fand und heute eine schweiz­weite Erfolgs­ge­schichte ist. Dass Severin Dressen als Stif­tungsrat aktiv mitwirkt, sieht Lüthi als Zeichen echten Enga­ge­ments – und verbindet mit der Nomi­na­tion die Hoff­nung, dass diese Erfolgs­ge­schichte mit derselben Tatkraft weiter­ge­schrieben wird.

Die Laudatio – Monika Friedli-Walser

Monika Friedli-Walser, Vize­prä­si­dentin des Verwal­tungs­rats des Zoo Zürich, würdigte Dr. Severin Dressen als jemanden, der Natur­schutz nicht als Schlag­wort, sondern als tägliche Arbeit versteht. Der Preis, so Friedli-Walser, ehre eine Haltung: dass der Schutz der Natur dort beginnt, wo wir bereit sind, genau hinzu­schauen – auch auf das Kleine, Verletz­liche und oft Über­se­hene. Fleder­mäuse holten die grossen ökolo­gi­schen Fragen zurück in unsere unmit­tel­bare Nähe und machten sichtbar, dass der Schutz einer einzigen Art immer auch Lebens­räume, Insek­ten­viel­falt und ökolo­gi­sche Zusam­men­hänge schützt. Monika Friedli-Walser hob Seve­rins wissen­schaft­liche, kommu­ni­ka­tive und stra­te­gi­sche Stärke hervor, seine Rolle beim Ausbau des Zoo Zürich als Bildungs‑, Forschungs- und Arten­schutz­zen­trum sowie die konkrete Bedeu­tung des Fleder­maus­schutzes mit Ausstel­lung und Notpfle­ge­sta­tion im Zoo.

Das Referat – Dr. Severin Dressen

Dr. Severin Dressen nahm den Preis stell­ver­tre­tend für das ganz­heit­liche Natur­schutz-Enga­ge­ment des Zoo Zürich entgegen. Mit einer persön­li­chen Kind­heits­er­in­ne­rung – dem vergeb­li­chen Versuch, als Junge mit einem Schmet­ter­lings­netz eine Fleder­maus zu fangen – führte er ins Thema ein. Eindrück­lich zeigte er, warum Arten- und Natur­schutz dring­li­cher ist denn je: Rund 80 Prozent der Flug­in­sekten sind in West­eu­ropa in nur zwanzig Jahren verschwunden. Dabei komme dem Zoo eine beson­dere Rolle zu: Ein moderner Zoo, so Dressen, könne über vier Felder wirken – Arten­schutz, Forschung, Bildung und Natur­schutz vor Ort – und leiste dies vom Zürich­berg bis zu Projekten auf der ganzen Welt. Dazu stellte er mehrere Projekte des Zoo Zürich vor, unter anderem in Sumatra, im Pant­anal, in Kolum­bien, mit dem Antar­ctic Rese­arch Trust, auf Mada­gaskar, in Thai­land und in Kenia.

Zum Schluss schloss sich der Bogen und Dr. Severin Dressen begeis­terte das Publikum für die Fleder­mäuse, die Under­dogs der Natur, wie er sie nannten als uralte, hoch­spe­zia­li­sierte Tiere, die als Indi­ka­toren für gesunde Ökosys­teme stehen und deren Schutz die Stif­tung Fleder­maus­schutz – unter­stützt vom Zoo Zürich – seit 1998 voran­treibt.

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Dr. Severin Dressen

Seit 2020 leitet der 38-jährige Dr. Severin F. Dressen den Zoo Zürich. Er ist verhei­ratet und Vater von drei Kindern.

Vor seiner Beru­fung nach Zürich war Severin Dressen von 2015 bis 2019 am Zoo Wuppertal tätig – zunächst als Kurator für Primaten und Nicht-Säuger, ab 2017 zusätz­lich als stell­ver­tre­tender Direktor. Erste kura­to­ri­sche Erfah­rung sammelte er bereits 2011 am Zoo Frank­furt sowie am Tier­park Berlin, jeweils als Kura­toras­sis­tent.

Den Grund­stein für seine Lauf­bahn legte er zwischen 2006 und 2010 in einer Reihe inter­na­tio­naler Volon­ta­riate in Argen­ti­nien, in Valencia, auf Tene­riffa und im Tier­park Berlin.

Severin Dressen studierte Biologie an der Humboldt-Univer­sität zu Berlin (2007–2010) und absol­vierte anschlies­send einen Master in Ecology, Evolu­tion and Conser­va­tion am Impe­rial College London (2011–2012). Von 2013 bis 2016 promo­vierte er an der Univer­sity of Oxford mit einer Disser­ta­tion zum Thema «Space use patterns and popu­la­tion dyna­mics in two common Euro­pean rodents».