Jährlicher Anerkennungspreis für hervorragende Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs
Die Stiftung STAB verleiht seit 1977 jährlich einen mit 50’000 Franken dotierten Anerkennungspreis. Er geht an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich für die Idee der frei und persönlich bestimmten mitmenschlichen Verantwortung und der Rücksichtnahme auf die Nachwelt einsetzen und die einen ausserordentlichen Beitrag zur Pflege abendländischer Grundwerte leisten.
Zudem kann der Preisträger des STAB-Preises jeweils für das Folgejahr ein bis zwei Förderpreisträgerinnen oder ‑preisträger vorschlagen. Dieser Preis ist mit 20’000 Franken dotiert. Damit möchte die Stiftung STAB die jüngere Generation auf ihrem manchmal steinigen Weg motivieren und damit Voraussetzungen schaffen, dass Geld dort ankommt, wo es grosse Wirkung erzielen kann
Pfarrer Dr. Niklaus Peter ist STAB-Preisträger 2019
Dr. Niklaus Peter ist seit 2004 Pfarrer am Zürcher Fraumünster, einer evangelisch-reformierten Kirche im Herzen der Zürcher Altstadt, die sich einer grossen Predigtgemeinde erfreut; der romanisch-gotische Kirchenbau zieht auch wegen der Glasfenster von Marc Chagall und Augusto Giacometti täglich viele Besucher an. Seit 2016 ist Dr. Niklaus Peter zudem Dekan des Pfarrkapitels der Stadt Zürich.
Neben seinen beruflichen Aufgaben war Dr. Niklaus Peter auch stets editorisch und publizistisch aktiv: Er veröffentlichte wissenschaftlich-theologische Editionen, etwa von Friedrich Schleiermachers Reden und Franz Overbecks Werken und Briefen; er publizierte Predigtbände, zum Beispiel seine gemeinsam mit Prof. Klaus Bartels gehaltenen Nikolaus-Predigten im Fraumünster. Und er verwirklichte zahlreiche kleinere Projekte wie eine Doppel-CD zu Karl Barth, mit Dr. Thomas Sprecher zusammen den Aufsatzband «Thomas Mann und die Religion» sowie eine deutsch-englische Ausgabe von Christian Morgensterns Galgenliedern. Von Juli 2002 bis Dezember 2003 sprach er regelmässig das «Wort zum Sonntag» im Schweizer Fernsehen SRF. Von 1990 bis 2009 war er Redaktor der Zeitschrift «Reformatio». Bis 2018 zählte er zum Kreis der freien Mitarbeiter der NZZ und bis heute hat er eine vierzehntägliche Kolumne im Magazin des Tagesanzeigers; die ersten 40 Kolumnen sind in Buchform unter dem Titel «Schachfigur oder – Schachspieler. Denkmodelle und Spielzüge auf den Feldern des Lebens und der Religion» erschienen. Ehrenamtlich wirkt er als Mitglied der Karl Barth-Stiftung und im Vorstand des Zwingli-Vereins Stadt Zürich.
Dr. Niklaus Peter ist am 18. Juni 1956 in Zürich geboren und in Basel und Riehen aufgewachsen. Nach dem Schulabschluss studierte er in Basel, Berlin und Princeton (NJ, USA) Theologie. Danach folgte eine Assistenz für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Basel, wo er mit der Dissertation über den Basler Theologen Franz Overbeck (1837–1905) den Doktortitel erwarb und als Oberassistent für Theologiegeschichte und Systematische Theologie einen Lehrauftrag innehatte.

1995 wurde er als Universitätspfarrer und Studentenseelsorger nach Bern gewählt, von 2000 bis 2004 war er Leiter des Theologischen Verlages Zürich.
Dr. Niklaus Peter ist mit der Flötistin und Musiklehrerin Vreni Peter-Barth verheiratet. Der Ehe sind vier Kindern entsprungen: Anna, Johannes Jakob, Matthis und Claudia.

Der Laudator Prof. Dr. Iso Camartin
Die Laudatio für den Preisträger 2019 wurde von Prof. Dr. Iso Camartin gehalten. Der Philologe und Essayist mit Jahrgang 1944 war von 1985 bis 1997 ordentlicher Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der ETH und an der Universität Zürich. Er lehrte und forschte über sprachlich-kulturelle Minderheiten und über die Kulturgeschichte des Alpenraums. Als Literaturkritiker war er in zahlreichen Jurys tätig, unter anderem beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. 1996 bis 1998 moderierte er die «Sternstunde Kunst» beim Schweizer Fernsehen DRS. Von 2000 bis 2003 war er Leiter der Kulturabteilung des Schweizer Fernsehens DRS. Von 2004 bis 2012 zeichnete er verantwortlich für die «Opernwerkstatt» am Opernhaus Zürich. Heute ist der gebürtige Churer freischaffend und lebt in Zürich, Disentis und New Brunswick (NJ).