Die Stiftung STAB vergibt jährlich einen der bedeutendsten gesellschaftspolitischen Preise der Schweiz

Die Stif­tung STAB verleiht seit 1977 jähr­lich einen mit 50’000 Franken dotierten Jahres­preis. Er geht an Persön­lich­keiten und Orga­ni­sa­tionen, die sich für die Idee der frei und persön­lich bestimmten mitmensch­li­chen Verant­wor­tung und der Rück­sicht­nahme auf die Nach­welt einsetzen und die einen ausser­or­dent­li­chen Beitrag zur Pflege abend­län­di­scher Grund­werte leisten.

Benno Lüthi erhält den STAB-Jahrespreis 2025

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In dieser Mission bereist Benno Lüthi seit 1997 regel­mässig die Antarktis: zuerst als Passa­gier, später auf verschie­denen Schiffen im Expe­di­ti­ons­team als Lektor oder Expe­di­ti­ons­leiter, um Inter­es­sierten die Anliegen des ART näher­zu­bringen. In der Zeit von 2004 bis 2016 war er zudem bei Feld­ar­beiten bei verschie­denen Forschungs­pro­jekten auf den Falk­land Inseln, in Argen­ti­nien und in Chile tätig. Er ist Co-Autor zahl­rei­cher Studien zur Biologie und Ökologie von Pinguinen und anderen Tieren in antark­ti­schen und subant­ark­ti­schen Regionen. 2008 bzw. 2014 veröf­fent­lichte er je ein Buch: einen Reise­be­gleiter «Antark­ti­sche Halb­insel, Falk­land Inseln, Südge­or­gien» und ein Buch über die «Tier­welt der Antarktis und Subant­arktis».

Erforschung der Lebensgewohnheiten
und Lebensräume, …

Zum einen führt der ART wissen­schaft­liche Forschungs­pro­jekte durch wie zum Beispiel im Südwest-Atlantik, wo die Biologie und Ökologie der fünf dort vorkom­menden Pinguin­arten Königs­pin­guin, Magel­l­an­pin­guin, Esels­pin­guin, Felsen­pin­guin und Gold­schopf­pin­guin intensiv studiert wurden. Als Ergän­zung wurden verglei­chende Unter­su­chungen an Humboldt­pin­guinen im Ost-Pazifik, an Dick­schnabel- und Kronen­pin­guinen in Neusee­land und an Alba­trossen in Südge­or­gien gemacht.

Die in den Forschungs­pro­jekten gesam­melten Daten und gewon­nenen Erkennt­nisse sind in verschie­dener Hinsicht äusserst wert­voll: erstens werden sie in der wissen­schaft­li­chen Fach­li­te­ratur und diversen Medien öffent­lich gemacht — bisher sind über 30 Artikel in Fach­jour­nalen publi­ziert worden -, zwei­tens helfen sie bei der Erstel­lung von Meeres­re­ser­vaten und Akti­ons­plänen bei Ölka­ta­stro­phen und drit­tens werden sie Regie­rungs­stellen und Umwelt­schutz-Orga­ni­sa­tionen zur Verfü­gung gestellt.

… um den Tier- und Naturschutz zu verbessern

Zum anderen treibt der ART Natur­schutz­pro­jekte voran: 2004 hat er vier eher kleine Inseln (zwischen 7 und 85 Hektaren) im Süden der Falk­land Inseln namens Rum, Brandy, Whiskey und Sea Lion Easterly erworben und dekla­rierte sie als striktes Natur­schutz­ge­biet. Weil diese Inseln bisher weder bewohnt waren, noch fremde Tiere- und Pflan­zen­arten einge­führt wurden, stellen sie ein ideales Rück­zugs­ge­biet für die ursprüng­liche Fauna und Flora dar, wozu eine Reihe von ende­mi­schen und in ihrem Bestand bedrohte Arten zählt. Der ART setzt alles daran, dass diese Inseln und ihre Bewohner auch künftig vor jegli­cher Nutzung geschützt werden. Erfas­sungen der Fauna und Flora in den Jahren 2008, 2011, 2013 und 2021 ergaben 29 Pflan­zen­arten, darunter eine ende­mi­sche Art, 31 Vogel­arten, wovon zwei ende­mi­sche, sowie 3 Robben­arten. 2006 wurden die genannten Inseln von Bird­Life Inter­na­tional als «Important Bird Area» ausge­wiesen.

Eine weitere Insel, die Hummock Island, mit rund 300 Hektaren, im Westen der Falk­land Inseln, erwarb der ART 2016. Auch sie erhielt bereits 2006 das Prädikat «Important Bird Area» von Bird­Life Inter­na­tional, aller­dings wurde sie bis 1981 durch Schafe und Pferde beweidet, wodurch grosse erodierte Flächen entstanden, die sich bis heute weiter ausbreiten. Der ART arbeitet durch Rena­tu­rie­rung dieser Flächen daran, die Insel wieder in ihren ursprüng­li­chen Zustand zu bringen. Zudem wurde 2018 eine wissen­schaft­liche Station, das «House of ART», einge­richtet, die von Wissen­schaft­lern verschie­denster Arbeits­gruppen rege genutzt wird, so zum Beispiel auch von «Tussock­gras-Pflan­zern», die seit April 2019 im grossen Stil neues Tussock­gras anpflanzen, um die oben beschrie­bene Erosion aufzu­halten und neues Pflan­zen­wachstum zu fördern.

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Der Laudator Dr. Alex Rübel

Alex Rübel wurde 1955 in Zürich geboren und ist auch dort aufge­wachsen. Geprägt durch die frühe Liebe zum Tier nahm Alex Rübel das Vete­ri­närs­tu­dium auf. Als Lehr­be­auf­tragter der Klinik für Zoo‑, Heim- und Wild­tiere der Vete­ri­när­me­di­zi­ni­schen Fakultät der Univer­sität Zürich spezia­li­sierte er sich auf exoti­sche Tiere, dokto­rierte 1985 auf diesem Gebiet und verfasste verschie­dene Beiträge und Fach­bü­cher zu diesem Thema.

1991 wurde Alex Rübel Direktor des Zoo Zürich und formu­lierte eine Vision, eine Stra­tegie und einen Master­plan: diese gaben dem Zoo Zürich als kultu­relle Insti­tu­tion eine neue Aufgabe mit drei Aspekten: als Vermittler einer engen Mensch-Tier-Bezie­hung, als Botschafter für Tiere und Natur und als Kompe­tenz­zen­trum im Natur­schutz. Neben Anlagen für Bril­lenbär, Tiger und Schnee­leo­pard entstand als Kern­stück der neuen Philo­so­phie der Masoala Regen­wald. Dieses Projekt geht weit über das Zeigen von Tieren hinaus: Denn alle Akti­vi­täten sind von der Einsicht geleitet, dass Mensch und Natur lang­fristig vonein­ander abhängig sind und für die Erhal­tung der Natur der Mensch und sein Umgang mit den Tieren und Pflanzen entschei­dend ist. Mit der Verbin­dung zwischen dem Masoala Regen­wald im Zoo Zürich und dem Natio­nal­park Masoala in Mada­gaskar ist ein für die Entwick­lung der zoolo­gi­schen Gärten als Natur­schutz­zen­tren wegwei­sendes Projekt entstanden. Über­zeugt davon, dass Natur­schutz nur durch eine enge Zusam­men­ar­beit zwischen den verschie­densten Insti­tu­tionen und über die Landes­grenzen hinweg möglich ist, enga­gierte Alex Rübel sich als Präsi­dent des Welt-Zoo-Verbandes (WAZA) für Stra­te­gien, die einen effi­zi­en­teren Natur­schutz ermög­li­chen. Diese Stra­te­gien sollen Wege aufzeigen, wie Zoos einen wesent­li­chen Beitrag zum Natur­schutz leisten können. In verschie­denen Publi­ka­tionen (Masoala — Das Auge des Waldes, 2004; Mensch und Tier, 2005) werden diese beleuchtet. 2006 erhielt Alex Rübel für seine Leis­tungen den Jahres­preis der Stif­tung STAB.